Schrittzähler-Apps kostenlos und ohne Werbung

Die ehrlichste Antwort steht schon auf Ihrem Handy: Die vorinstallierten Gesundheits-Apps von Apple, Google und Samsung zählen kostenlos, werbefrei und ohne Abo – und sie können alles, was ein Schrittzähler können muss. Bei Apps aus dem Store gilt dagegen die Faustregel: Was nichts kostet, finanziert sich über Werbung, ein Abo oder Ihre Daten.

Die wirklich werbefreien Apps

Kostenlose Schrittzähler-Apps ohne Werbung
AppSystemWerbungAbo im Spiel?Konto nötig
Apple HealthiPhonekeineneinnein
Google FitAndroidkeineneinGoogle-Konto
Samsung HealthAndroidkeineneinnur für Sicherung
Huawei HealthAndroidkeineneinfür Basisfunktionen nein
StepsAppiPhone & Androidin der Gratis-Versionja, einmaliger Kauf möglichnein

Die ersten vier Zeilen sind die einzigen Einträge, bei denen „kostenlos und werbefrei“ ohne Sternchen gilt. Wie Sie sie einrichten, steht unter Apple Health und Google Fit. StepsApp steht in der Tabelle stellvertretend für die große Gruppe der Dritt-Apps: schön gestaltet und übersichtlich, in der Gratis-Fassung aber mit Werbung und Kaufangeboten. Wer die Werbung dauerhaft loswerden möchte, zahlt dort einmalig – das ist immer noch die fairste Variante unter den kostenpflichtigen Modellen.

In 60 Sekunden prüfen: kostenlos oder Abo-Falle?

  1. Store-Eintrag lesen, nicht nur den Titel. Steht unter dem Installieren-Knopf der Hinweis „Enthält Werbung“ oder „In-App-Käufe“, ist die App nicht rundum kostenlos. Im App Store finden Sie dieselbe Angabe als Zeile „In-App-Käufe“.
  2. Die Preisliste öffnen. Im Play Store zeigt ein Tipp auf „In-App-Käufe“ die Preisspanne, im App Store scrollen Sie zum Abschnitt „Informationen“. Wochen- oder Monatspreise sind ein deutliches Zeichen dafür, dass der Gratis-Teil klein ausfällt.
  3. Datenschutzangaben ansehen. Beide Stores listen, welche Daten die App sammelt: im App Store unter „App-Datenschutz“, im Play Store unter „Datensicherheit“. Steht dort „Daten werden mit Dritten geteilt“, gehen Sie besser weiter; was Anbieter damit anfangen, erklärt unser Ratgeber Schrittzähler und Datenschutz.
  4. Aktuelle Bewertungen filtern. Sortieren Sie nach den neuesten Rezensionen. Werbeflut und Abo-Fenster tauchen dort meist innerhalb weniger Tage nach einer Änderung auf.
  5. Nach der Installation gegenprüfen. Ein versehentlich gestartetes Abo sehen Sie auf dem iPhone unter „Einstellungen → [Ihr Name] → Abonnements“, auf Android im Play Store → Profilbild → „Zahlungen und Abos“. Dort lässt es sich auch kündigen.
Tipp für den Testlauf: Probieren Sie eine neue App eine Woche lang aus und behalten Sie parallel die System-App im Blick. Zeigt die Zusatz-App nichts, was Sie wirklich vermissen würden, löschen Sie sie einfach wieder – die Schrittdaten bleiben in Apple Health beziehungsweise Health Connect erhalten.

Was „kostenlos“ im Store wirklich bedeutet

Drei Geschäftsmodelle stecken hinter den meisten Gratis-Apps. Werbefinanziert: Sie sehen Banner oder Videoanzeigen, die Daten fließen an Werbenetzwerke. Freemium mit Abo: Die Grundfunktion ist frei, Wochenübersicht, Export oder Ziele kosten monatlich. Datenfinanziert: Die App verlangt Konto, Standort und Adressbuch und verdient an der Auswertung – dazu zählen auch viele Apps mit Belohnung, die Schritte in Gutscheine umrechnen. Für reines Schrittezählen braucht keine App mehr als die Berechtigung für körperliche Aktivität.

Fair sind Apps mit einmaligem Kaufpreis: ein paar Euro, dann dauerhaft werbefrei und ohne Datenhunger. Und wenn Sie ganz ohne Registrierung zählen möchten, hilft der Ratgeber Schrittzähler-App ohne Anmeldung weiter.

Die Grenze gilt für jede App – auch für die kostenlose

Keine App kann Schritte erfassen, die das Handy nicht miterlebt. Bleibt das Telefon auf dem Küchentisch liegen, fehlen der Weg in den Keller, die Runde im Garten und der halbe Vormittag im Haushalt. Bei vielen Menschen sind das 2.000 bis 4.000 Schritte täglich – ein Unterschied, den auch die teuerste Bezahl-App nicht ausgleicht. Umgekehrt zählen Handys in der schwingenden Handtasche eher zu viel. Was das für Ihre Zahlen bedeutet, ordnet der Ratgeber zur Genauigkeit von Schrittzähler-Apps ein.

Wer seine Bewegung vollständig erfassen möchte, kommt daher um ein Gerät am Körper nicht herum – ein Fitness-Armband ab etwa 25 € oder einen Clip ganz ohne App, wenn Sie das Smartphone bewusst öfter weglegen möchten. Beides zählt auch die Wege, bei denen das Telefon liegen bleibt, und kostet einmalig statt monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es wirklich kostenlose Schrittzähler-Apps ohne Werbung?

Ja – vor allem die vorinstallierten System-Apps: Apple Health auf dem iPhone, Google Fit auf Android und Samsung Health auf Galaxy-Geräten. Sie kosten nichts, zeigen keine Werbung und decken alles ab, was zum Schrittezählen nötig ist.

Woran erkenne ich eine Abo-Falle vor dem Download?

Am Hinweis auf In-App-Käufe in der Store-Beschreibung. Steht dort ein Preis pro Woche oder Monat, ist der kostenlose Teil meist stark eingeschränkt. Ein Blick in die Bewertungen der letzten Wochen zeigt zuverlässig, ob Nutzer sich über Werbeeinblendungen oder aufdringliche Abo-Fenster beschweren.

Warum verlangen manche Gratis-Apps Zugriff auf Standort und Kontakte?

Für die reine Schrittzählung genügt die Berechtigung für körperliche Aktivität. Standort ist nur bei Streckenaufzeichnung nötig, Kontakte fast nie. Wer mehr verlangt als er braucht, finanziert sich häufig über Daten – solche Apps können Sie getrost übergehen.