Xiaomi Smart Band 9 im Test: viel Band für wenig Geld

Das Smart Band 9 ist für viele Leserinnen und Leser der erste Schrittzähler überhaupt – klein, günstig und ohne großes Technikgetue. Wir haben es über mehrere Wochen im normalen Alltag getragen: beim Einkaufen, im Büro, auf Spaziergängen und nachts im Bett.

Kurzfazit: Das Smart Band 9 zählt Schritte im Alltag zuverlässig, wiegt am Handgelenk kaum spürbare ca. 16 Gramm und muss nur etwa alle zwei bis drei Wochen an die Ladeschale. Wer ein unauffälliges Band ohne Abo-Zwang sucht und sein Handy ohnehin dabei hat, macht hier nach unserer Einschätzung wenig falsch. Wer Wanderungen ohne Smartphone aufzeichnen möchte, braucht ein Modell mit eigenem GPS.

Sehr gut · Schritt-Skala 8,8 / 10

Zuletzt geprüft: August 2026

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Alltagseindruck und Genauigkeit beim Schrittezählen

Das Band verschwindet am Handgelenk. Mit rund 16 Gramm ohne Armband gehört es zu den leichtesten Geräten, die wir kennen – auch schmale Handgelenke tragen es ohne Druckstellen, und nachts stört es beim Schlafen kaum. Das weiche Kunststoffband lässt sich werkzeuglos wechseln, was wir beim Kauf gebrauchter Ersatzbänder als angenehm empfunden haben.

Beim eigentlichen Schrittezählen hat uns das Smart Band 9 im Alltagseinsatz nicht enttäuscht. Auf normalen Spaziergängen deckten sich die Werte gut mit dem, was ein parallel getragenes Handy in der Hosentasche gezählt hat. Auffällig wurde es in zwei Situationen, die alle Handgelenk-Zähler betreffen: Beim Schieben eines Einkaufswagens oder Rollators bleibt der Arm ruhig, und ein Teil der Schritte fehlt anschließend. Umgekehrt sammelt das Band beim Gestikulieren am Telefon oder beim Zähneputzen ein paar Schritte ein, die Sie nie gegangen sind. Über den Tag gleicht sich das nach unserer Einschätzung weitgehend aus – warum das so ist und welche Trageposition wie stark abweicht, erklären wir ausführlich im Ratgeber zur Genauigkeit von Schrittzählern.

Die Distanzangabe in Kilometern ist nur so gut wie Ihre hinterlegte Schrittlänge. Nehmen Sie sich die zehn Minuten und tragen Sie Körpergröße und Schrittlänge korrekt ein, sonst liegen die Kilometer dauerhaft daneben. Der optische Pulssensor liefert für Ruhepuls und grobe Belastungstrends brauchbare Werte, reagiert bei schnellen Wechseln aber träge. Als medizinisches Messgerät ist er ausdrücklich nicht gedacht: Wenn Sie Herzbeschwerden abklären lassen möchten oder auffällige Werte sehen, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Display und Bedienung

Das AMOLED-Display misst ca. 1,62 Zoll und ist damit hochkant und schmal. Es leuchtet kräftig genug, um auch in praller Sonne die Schrittzahl abzulesen – das ist bei günstigen Bändern keine Selbstverständlichkeit. Für Augen, die eine Lesebrille gewohnt sind, empfehlen wir eines der Zifferblätter, die die Schrittzahl groß in die Mitte setzen; damit genügt ein Blick im Vorbeigehen.

Bedient wird ausschließlich per Wischen und Tippen, einen mechanischen Knopf gibt es nicht. Das ist gewöhnungsbedürftig, wenn Sie von einer klassischen Uhr kommen: Mit feuchten oder kalten Fingern reagiert der Touchscreen mal nicht auf Anhieb, und die Zurück-Geste vom linken Rand will gelernt sein. Nach zwei, drei Tagen sitzt es. Die Menüs sind sauber übersetzt und ohne Anglizismen-Wildwuchs, was wir bei Xiaomi früher schon anders erlebt haben. Wie sich die Bedienung gegenüber dem direkten Vorgänger verändert hat, lesen Sie in unserem Vergleich Smart Band 9 gegen Band 8.

Akku und Laden

Xiaomi nennt für sparsame Nutzung eine Laufzeit von ca. 21 Tagen. Das ist realistisch, wenn Sie das Display nur per Handgelenkdrehung wecken und die dauerhafte Pulsmessung abschalten. Im Alltagseinsatz mit Always-on-Anzeige, ständiger Herzfrequenzmessung und Benachrichtigungen kamen wir eher auf zehn bis vierzehn Tage – immer noch ein Vielfaches dessen, was eine ausgewachsene Smartwatch schafft.

Geladen wird über eine magnetische Schale, die von hinten andockt; das Band muss dafür nicht aus dem Armband. Eine volle Ladung dauert grob eine Stunde. Denken Sie daran, dass jede Ladepause eine Zähllücke ist: Wer sein Tagesziel ernst nimmt, lädt am besten während des Duschens oder abends beim Fernsehen, nicht mitten am Vormittag.

Die App: Mi Fitness

Zur Einrichtung brauchen Sie die App Mi Fitness und ein kostenloses Xiaomi-Konto. Ein Abonnement verlangt Xiaomi nicht, und alle Schritt-, Schlaf- und Pulsdaten sind ohne Aufpreis sichtbar – das ist der wichtigste Unterschied zu manchem Mitbewerber. Die Startseite zeigt Schritte, Kalorien und Aktivminuten übersichtlich, Wochen- und Monatsverläufe sind zwei Fingertipps entfernt.

Der Kontozwang bleibt trotzdem ein Wermutstropfen: Ganz ohne Anmeldung läuft das Band nicht, und die Daten liegen auf Servern des Herstellers. Wenn Ihnen das wichtig ist, legen Sie in den Datenschutzeinstellungen der App gezielt fest, welche Werte überhaupt synchronisiert werden. Praktisch: Über Health Connect beziehungsweise die Gesundheitsdienste Ihres Handys lassen sich die Schritte an andere Apps weiterreichen, etwa an ein Bonusprogramm der Krankenkasse.

Stärken

  • Sehr leicht, auch nachts angenehm zu tragen
  • ca. 21 Tage Akku bei sparsamer Nutzung
  • Helles AMOLED-Display, auch draußen ablesbar
  • Alle Gesundheitsdaten ohne Abo
  • Günstigster Einstieg mit dieser Verarbeitung

Schwächen

  • Kein eigenes GPS – Handy muss zur Streckenaufzeichnung mit
  • Xiaomi-Konto ist Pflicht
  • Kein mechanischer Knopf, Touch-Bedienung nur mit trockenen Fingern zuverlässig
  • Schmales Display zeigt wenig Text pro Bildschirm

Für wen geeignet – und für wen nicht

Das Smart Band 9 passt zu Ihnen, wenn Sie zum ersten Mal Schritte zählen und dafür nicht viel ausgeben möchten. Es passt auch, wenn Sie ein bestehendes Gerät ersetzen, das zu schwer oder zu klobig war: Wer nachts eine Uhr am Arm nicht erträgt, kommt mit diesem Band meist zurecht. Und es passt, wenn Ihnen lange Ladeintervalle wichtiger sind als Funktionsfülle.

Weniger geeignet ist es für zwei Gruppen. Erstens für Menschen, die ihr Handy beim Gehen bewusst zu Hause lassen und trotzdem eine Karte ihrer Runde möchten – dafür fehlt das GPS. Zweitens für alle, denen kleine Ziffern und Wischgesten grundsätzlich schwerfallen. In diesem Fall sind ein größeres Zifferblatt oder ein Gerät mit echten Tasten die bessere Wahl – das ersparte Wischen fällt im Alltag mehr ins Gewicht als jede Zusatzfunktion.

Alternativen zum Smart Band 9

Innerhalb der Xiaomi-Familie gibt es drei sinnvolle Abzweigungen. Brauchen Sie GPS ohne Handy und ein etwas größeres Display, ist das Smart Band 9 Pro den moderaten Aufpreis wert. Möchten Sie eine richtige Uhr am Arm mit deutlich größeren Ziffern, sehen Sie sich die Redmi Watch 5 an, die zudem noch länger durchhält. Und wenn es wirklich nur ums Zählen gehen soll, reicht vielleicht schon das deutlich günstigere Redmi Smart Band 3. Eine Einordnung aller aktuellen Modelle finden Sie auf unserer Xiaomi-Markenseite, breitere Alternativen anderer Hersteller in der Übersicht der Schrittzähler-Armbänder.

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Häufige Fragen

Zählt das Xiaomi Smart Band 9 auch ohne Handy?

Ja. Das Band zählt vollkommen eigenständig und zeigt die Tagesschritte direkt auf dem Display. Die Daten der letzten Tage bleiben im Speicher und werden übertragen, sobald Sie das Handy das nächste Mal in die Nähe bringen. Für Einrichtung und Firmware-Updates brauchen Sie das Smartphone allerdings einmalig.

Hat das Smart Band 9 ein eigenes GPS?

Nein. Das Smart Band 9 greift für Streckenaufzeichnung auf das GPS Ihres Smartphones zurück, das Handy muss also mit. Ein eingebautes GPS bietet erst das Smart Band 9 Pro. Fürs reine Schrittezählen und die Distanzschätzung im Alltag spielt das keine Rolle.

Darf ich das Band beim Duschen und Schwimmen tragen?

Ja, es ist mit ca. 5 ATM angegeben und übersteht Duschen, Händewaschen und Bahnenschwimmen. Meiden Sie Sauna, heißes Wasser und Hochdruckstrahl. Spülen Sie das Armband nach Seife oder Chlorwasser kurz ab und trocknen Sie es, sonst reizt die Restfeuchte mit der Zeit die Haut.